skillSPOT 2026: Skills als Schlüssel für eine lernende Organisation

Durch den Nachmittag führte Nele Clüver, Moderatorin, Facilitatorin & Expertin für stärkenorientierte Zusammenarbeit, die den Event mit einem bewusst interaktiven Ansatz prägte. Mit gezielten Reflexionsfragen, Austauschformaten und Diskussionen gelang es ihr, die Inhalte nicht nur zu vermitteln, sondern gemeinsam mit dem Publikum zu erarbeiten – und den Event spürbar lebendig zu machen.

Im Zentrum stand eine Frage, die aktuell viele Organisationen beschäftigt: Welche Fähigkeiten brauchen Menschen und Organisationen, um in einer zunehmend dynamischen Arbeitswelt erfolgreich zu bleiben?

Die Beiträge aus Wissenschaft und Praxis zeigten: Die Zukunft der Arbeit lässt sich immer weniger präzise planen. Entscheidend wird vielmehr die Fähigkeit von Organisationen, kontinuierlich zu lernen, Fähigkeiten sichtbar zu machen und Entwicklung dynamisch zu gestalten.

Wie sich Arbeit verändert

Den inhaltlichen Auftakt setzte Dr. Anja Feierabend, Psychologin, Dozentin für Wirtschaftspsychologie an HSLU, Mitherausgeberin Schweizer HR-Barometer und Mitgründerin HR ConScience. Sie zeigte, dass technologischer Wandel, neue Arbeitswerte und steigende Komplexität gleichzeitig wirken – mit direkten Auswirkungen auf Tätigkeiten und Anforderungen. Routineaufgaben verschwinden zunehmend, während kreative, soziale und kognitive Fähigkeiten wichtiger werden. Gleichzeitig steigt die mentale Belastung vieler Mitarbeitender.

Anja betonte deshalb die wachsende Bedeutung von Metaskills wie Lernfähigkeit, kritisches Denken, Selbstregulation und Resilienz – als Grundlage für Anpassungsfähigkeit in einer dynamischen Arbeitswelt.

Future Skills: Orientierung statt Checkliste

Die Perspektive auf Future Skills wurde durch Dr. Helen Buchs und Marta Kondracka erweitert – mit einem klaren gemeinsamen Nenner: Skills sind nicht nur funktional, sondern zutiefst menschlich.

Während Dr. Helen Buchs, Soziologin & Leiterin des Think-Tank TRANSIT, einordnete, dass Future Skills vor allem Orientierung bieten und kein einheitliches Modell existiert, brachte Marta Kondracka, Global Talent Sourcing and Attraction Expert at On, eine klare Botschaft aus der Praxis globaler Organisationen ein:

Im Zeitalter von KI werden menschliche Fähigkeiten zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

Marta zeigte, dass sich Leadership grundlegend verändert:

  • weg von hierarchischem, kontrollierendem Management

  • hin zu empathischer, inklusiver und coachender Führung

  • mit Fokus auf Vertrauen, Feedback und Entwicklung

Dabei wird Leadership nicht mehr nur von Führungskräften erwartet, sondern zunehmend von allen Mitarbeitenden.

Ein zentrales Konzept in Martas Beitrag war das Growth Mindset. Sie bezeichnete es als eine Art „Karriereversicherung“ in einer unsicheren Arbeitswelt: Wer bereit ist zu lernen, sich anzupassen und neue Wege auszuprobieren, bleibt langfristig relevant.

Ihre Kernaussage: Nicht Wissen ist der entscheidende Faktor – sondern die Fähigkeit, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Lernen, sichtbar machen, vernetzen

Remo Noser, CEO der Noser Engineering AG, zeigte, dass Skills nur dann Wirkung entfalten, wenn sie sichtbar und geteilt werden. Formate wie Hackathons, Communities oder interne Plattformen schaffen Räume für Lernen im Alltag. Lernen entsteht durch Anwendung, Austausch und Sichtbarkeit.

Einen technologischen Blick darauf brachte Renato Profico, CEO bei Work-ID AG ein. Er zeigte anhand der kombinierten Lösung von strukturierten Daten und digitalen Tools - der Work-ID  - wie Skills einfach und systematisch erfasst und genutzt werden können – mit einer mutigen Vision: Eine Skills-ID für alle Arbeitnehmenden der Schweiz. Die Idee dahinter: Arbeit künftig stärker entlang von Fähigkeiten zu organisieren – und weniger entlang von Funktionen oder Stellenprofilen. Damit könnten Skills zur zentralen Verbindung zwischen Arbeitnehmenden, Rollen und Organisationen werden.

Skills sichtbar machen und Talent neu denken

Wie Skills Organisationen verändern, zeigte Tatevik Mkrtchyan, Strategische L&D-Expertin von IKEA Holding Deutschland GmbH & Co. KG. Ein skillsbasierter Ansatz ermöglicht es, Talente sichtbar zu machen, interne Mobilität zu erhöhen und Teams flexibler zusammenzustellen. Tatevik machte deutlich, dass Skills sowohl individuelle Entwicklung als auch Business-Performance stärken können – vorausgesetzt, sie sind in eine funktionierende Lernkultur eingebettet.

Eine ergänzende internationale Perspektive brachte Kerstin Stimpfl, Head Of Value Management DACH Workday ein. Sie zeigte, wie Unternehmen ausserhalb der Schweiz Skills strategisch einsetzen – und wo sie an Grenzen stossen: etwa bei der Integration in bestehende Systeme, bei Daten oder beim kulturellen Wandel. Ihr Fazit: Die meisten Organisationen sind unterwegs – aber noch nicht angekommen.

Vom Planen zum Lernen: Skills in der Praxis

Die Praxisbeispiele machten deutlich, dass klassische Modelle an ihre Grenzen stoßen.

Stefan Singer, Fachspezialist Personal- / Organisationsentwicklung bei Helsana, und Christoph Küffer, Gründer & Geschäftsführer von peopleWORKS, zeigten, wie Skills mit konkretem Business-Nutzen verknüpft werden können. Entscheidend ist, dort zu starten, wo der Bedarf spürbar ist – und Mitarbeitende aktiv einzubeziehen.

Laurent Hohermuth, Learning Expert in HR and Data, Technology and Innovation Campus bei AXA Schweiz, machte klar: Langfristige Skills-Prognosen funktionieren nicht mehr. Organisationen müssen lernen, in Echtzeit zu reagieren und sich anzupassen.

Überfachliche Kompetenzen als Fundament

Einen besonders praxisnahen Blick brachte André Burri, Direktor SwissSkills, ein. Er rückte überfachliche Kompetenzen in den Fokus – also Fähigkeiten, die unabhängig von Beruf oder Technologie relevant bleiben.

André zeigte, dass etwa vernetztes, prozessorientiertes Denken entscheidend ist: Mitarbeitende müssen verstehen, wie ihr Handeln in den Gesamtprozess eingebettet ist.

Zentrale Kompetenzen sind für ihn:

  • Konfliktfähigkeit

  • Reflexionsfähigkeit

  • Eigenverantwortung

Seine Kernaussage: Während Technologie Aufgaben übernimmt, werden menschliche Kompetenzen zum entscheidenden Faktor.

Ein weiterer wichtiger Punkt: Entwicklung wird individueller. Standardisierte Modelle verlieren an Bedeutung, während flexible Lernpfade entstehen. Lernen findet zunehmend im Arbeitskontext statt – mit Raum für Fehler, Reflexion und Entwicklung. Nicht der aktuelle Stand zählt – sondern das Potenzial.


Danke an Partner und Sponsoren

Der skillSPOT wäre ohne die Unterstützung engagierter Partner und Sponsoren nicht möglich gewesen. Sie tragen dazu bei, den Dialog über die Zukunft der Arbeit, Lernen und Skills-basierte Organisationen voranzutreiben.

 

Fazit

Der skillSPOT 2026 hat gezeigt: Die entscheidende Frage ist nicht, welche Skills morgen wichtig sind.

Sondern: Wie schaffen wir Organisationen, die Lernen ermöglichen – und Potenziale entfalten?

 
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