Webinar: Skills-basiertes Recruiting in der Praxis

Fachkräftemangel, unpassende Bewerbungen und starre Stellenprofile stellen viele Unternehmen vor Herausforderungen. Im Webinar zeigten Renato Profico (CEO Work-ID) und Kathleen Runge (Marketing Lead Work-ID) anhand eines konkreten Praxisbeispiels, wie Skills-basiertes Recruiting funktioniert und welche Vorteile es gegenüber klassischen Bewerbungsprozessen bietet.

Im Zentrum stand die Besetzung einer Marketingposition bei Work-ID – vollständig ohne Lebenslauf und Motivationsschreiben.

Key Takeaways

1. Skills statt Jobtitel in den Mittelpunkt stellen

Anstatt eine Stelle über einen Titel oder einen klassischen Stellenbeschrieb zu definieren, wurden zuerst die tatsächlich benötigten Kompetenzen identifiziert. Das Anforderungsprofil entstand auf Basis konkreter Fachskills.

2. Der Lebenslauf ist oft ein Umweg

Lebensläufe zeigen vor allem Vergangenes und machen es schwer, tatsächliche Fähigkeiten zu erkennen. Skills-basierte Rekrutierung fokussiert direkt auf das, was Menschen heute können und künftig entwickeln möchten.

3. Kandidat:innen erhalten mehr Transparenz

Durch die detaillierte Darstellung der geforderten Skills konnten Bewerbende sofort erkennen, ob eine Stelle zu ihren Fähigkeiten und Interessen passt. Das reduziert Missverständnisse und erhöht die Passgenauigkeit.

4. Bewerben kann deutlich einfacher werden

Im vorgestellten Praxisbeispiel genügte ein Klick, um Interesse an einer Stelle zu bekunden. Weder Lebenslauf noch Motivationsschreiben waren für die erste Kontaktaufnahme notwendig.

5. Recruiting wird effizienter

Recruiter:innen können schneller beurteilen, ob eine Person fachlich zur Rolle passt. Der Fokus liegt von Beginn an auf relevanten Kompetenzen statt auf der Interpretation von Karrierewegen.

6. Gespräche verändern sich grundlegend

Anstelle eines chronologischen Durchgangs durch den Lebenslauf drehen sich Interviews um konkrete Fähigkeiten, Erfahrungen und Anwendungsbeispiele. Dadurch entstehen fachlichere und oft wertschätzendere Gespräche.

7. Entwicklungspotenziale werden sichtbar

Neben vorhandenen Fähigkeiten können auch Skills erfasst werden, die Kandidat:innen künftig aufbauen möchten. Das eröffnet neue Möglichkeiten für internes Talentmanagement sowie Up- und Reskilling.

8. Anonymisierte Erstkontakte reduzieren Vorurteile

Zu Beginn des Prozesses standen ausschliesslich die Fähigkeiten der Kandidat:innen im Fokus. Persönliche Merkmale oder bisherige Arbeitgeber spielten in der Vorauswahl keine Rolle.

9. Skills müssen weiterhin validiert werden

Auch im Skills-basierten Recruiting bleibt das persönliche Gespräch wichtig. Die Verifikation der Kompetenzen erfolgt im Interview durch Fachpersonen und konkrete Praxisfragen.

10. Skills-basierte Rekrutierung ist bereits heute umsetzbar

Der Praxis-Case zeigte, dass Unternehmen nicht auf zukünftige Technologien warten müssen. Bereits heute können Recruiting-Prozesse stärker an Fähigkeiten ausgerichtet und dadurch zielgerichteter gestaltet werden.

Praxisbeispiel: Von der Interessensbekundung zur Anstellung

Work-ID suchte eine Marketingspezialistin bzw. einen Marketingspezialisten. Das Team definierte zuerst die benötigten Kompetenzen und veröffentlichte anschliessend ein skills-basiertes Anforderungsprofil.

Kathleen Runge wurde die Stelle über die Plattform vorgeschlagen. Da die Anforderungen sehr präzise beschrieben waren und gut zu ihren Fähigkeiten passten, bekundete sie mit einem Klick ihr Interesse.

Im weiteren Verlauf erfolgten die Gespräche entlang der relevanten Skills. Die fachliche Passung konnte dadurch schnell überprüft werden. Am Ende führte der Prozess erfolgreich zur Besetzung der Stelle.

Fazit

Das Webinar machte deutlich: Skills-basierte Rekrutierung verschiebt den Fokus von Jobtiteln und Lebensläufen hin zu tatsächlichen Fähigkeiten. Das schafft mehr Transparenz, verbessert die Passung zwischen Unternehmen und Kandidat:innen und kann Recruiting-Prozesse deutlich effizienter gestalten.

Der vorgestellte Praxis-Case zeigte, dass dieser Ansatz nicht nur theoretisch funktioniert, sondern bereits heute erfolgreich angewendet werden kann.

 

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